Genau an diesem Punkt beginnt häufig die eigentliche Entwicklungsarbeit.Nicht mit einer neuen Strategie und auch nicht mit einer Liste von Maßnahmen.
Sondern mit einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Situation: mit den realen Strukturen der Kanzlei, den Erwartungen im Umfeld und den eigenen Mustern im Umgang mit Verantwortung und Konflikten.
Viele Juristinnen sind sehr gut darin, komplexe Situationen analytisch zu durchdringen.
Sie reflektieren, wägen Optionen ab und versuchen, ihre Rolle möglichst präzise zu verstehen.
Was dabei jedoch häufig fehlt, ist ein Raum, in dem diese Reflexion nicht nur im eigenen Kopf stattfindet.Ein Raum, in dem Gedanken ausgesprochen werden können, bevor sie bereits zu einer Entscheidung führen müssen.
In dem auch Widersprüche sichtbar werden dürfen – zwischen dem, was logisch erscheint, und dem, was sich innerlich noch nicht stimmig anfühlt.
Ein Raum, in dem sichtbar wird, welche Handlungsmöglichkeiten tatsächlich bestehen – und welche davon bisher vielleicht einfach noch nicht genutzt wurden.
Denn Veränderung entsteht selten dadurch, dass man sich noch mehr anstrengt.
Häufig entsteht sie in dem Moment, in dem klarer wird, welche Handlungsmöglichkeiten tatsächlich bestehen.